Das Trüffelfeld

Wie mache ich aus einer Agrarfläche ein Trüffelfeld?

Wir empfehlen aber auf keinen Fall einen Waldgrund als zukünftige Trüffelplantage in Betracht zu ziehen, weil Nadelbäume (z.B. Fichte, Kiefer, Lärche usw.)
Trüffelfeld mit 2-jährigen Gemeinen Haseln

Trüffelfeld - Pacht oder Kauf?

 

Zunächst muss man grundsätzlich überlegen ob man das Grundstück (am besten eine Landwirtschaftliche Nutzfläche oder Grünfläche) kaufen oder pachten kann/möchte.

 

Wir empfehlen aber auf keinen Fall einen Waldgrund als zukünftige Trüffelplantage in Betracht zu ziehen, weil Nadelbäume (z.B. Fichte, Kiefer, Lärche usw.) den Boden dort sauer gemacht haben (siehe weiter unten den Punkt Bodenanalyse). Unsere Empfehlung, wenn möglich, ist ein Kauf, da später hoffentlich am Trüffelfeld teure Trüffelknollen wachsen. Mit der ersten Trüffelernte steigert sich der Wert des Grundstückes beachtlich.

Es könnten zwischen Pächter und Verpächter materielle Streitigkeiten wegen dieser Goldgrube am Feld entstehen. Kommt man aber über eine Pacht nicht hinweg muss der Pachtvertrag sehr gut durchdacht sein. Wir empfehlen sich von einem Rechtsanwalt (Spezialisierung auf Vertragsrecht und Immobilienrecht) einen Pachtvertrag schreiben zu lassen.

 

Frühere Bewirtschaftung der Anbaufläche

Zweitens ist zu überlegen: Was hat der Vorbesitzer auf dieser Agrarfläche angebaut? Wurden Nutzpflanzen angebaut, die den Boden sauer (auf der Skala alles unter PH-Wert 7) gemacht haben? Nicht empfehlenswert! Monokulturen laugen zudem den Boden einseitig aus, das bedeutet die früheren Nutzpflanzen entzogen der Erde ganz bestimmte Nährstoffe, die dem Trüffel später natürlich fehlen würden. Am besten wäre eine Agrarfläche, welche für zumindest die letzten 10 Jahre biologisch bewirtschaftet wurde. Denn die Trüffel vertragen keine chemischen Spritzmittel oder künstliche Dünger! Daher kommt für den Trüffelanbau sowieso nur ein biologischer Anbau in Frage. 

 

Standort der Anbaufläche

Die Trüffel vertragen keine Staunässe, deshalb sollte man die Trüffelbäumchen nie in Mulden oder Gräben setzen, denn dort bleibt schnell das Regenwasser stehen wodurch das Trüffelmycel ersticken kann. Steile oder auch nur leichte Hänge und Kuppen eignen sich hingegen bestens für eine Trüffelkultur. Völlig flache Ebenen sind eher zu vermeiden, da sich dort schnell Pfützen bilden. Weiters sollten die Jungbäume oder Sträucher genug Sonneneinstrahlung bekommen, um das Wachstum voranzutreiben. Sobald die Bäume und Sträucher eine passende Größe erreicht haben, werfen diese einen Schatten rund um den entscheidenden Bereich (die Baumscheibe). Das ist ein Kreis mit einem Radius von etwa 1,5m um den Baumstamm gezogen. Der Schatten schützt diesen Bereich somit vor Austrocknung.

 

Die Bodenanalyse

Wenn die vorherigen Punkte geklärt sind, dann kann die Vorbereitung für das Trüffelfeld beginnen. Nun kann eine stichprobenartige Bodenexempel an mehreren Stellen entnommen und die Erde im Labor auf Nährstoffgehalt und PH-Wert untersucht werden. Wenn man beim Trüffelanbau erfolgreich sein will, ist die Art und Zusammensetzung des Bodens entscheidend! Lockere und gut belüftete Böden, die wasserdurchlässige Eigenschaften haben, sind gute Voraussetzungen um die Jungbäume oder Jungsträucher (meist 1 bis 2 Jahre alt) zu setzen. Moorige und torfhaltige Böden sind (bis auf manche geschmacklose Trüffelarten) ungeeignet. Aber auch Böden ohne oder mit nur geringen Wasserspeichereigenschaften wie z.B. sehr sandige Erdschichten eignen sich schlecht für den Trüffelanbau. Nach einer Bodenanalyse, wo der passende pH-Wert, die erforderliche Bodenstruktur und den wesentlichen Nährstoffgehalt bestimmt wird, kann man mit der Aufbereitung des Bodens beginnen. Wenn der pH-Wert unter 7 anzeigt, bedeutet dies, ein zu saurer Boden für einen Speisetrüffelanbau. Die Werte für die Burgundertrüffel liegen so um pH-Wert 7 und beim Périgordtrüffel sogar bei ca. pH-Wert 8. Bei einem zu niedrigen PH-Wert kann man mit Kalk nachhelfen (siehe Bodenvorbereitung).

 

Behördliche Genehmigungen

Bitte erkundigen Sie sich noch bei den Behörden wegen möglicher notwendiger Genehmigungen!

 

Bodenvorbereitung

Um den erforderlichen PH-Wert im Boden zu bekommen kann eine Vorbereitung durch Kalkpulver oder Kalkgranulat (natürlichem) auf der ganzen Ackerfläche helfen. Je nach Anbaufläche können Sie nun den Boden mittels eines Pfluges bearbeiten. Die obere Erdschicht wird dadurch umgegraben und aufgelockert. Dieser Vorgang erleichtert danach die Pflanzung der Jungbäumchen und beseitigt nebenbei noch die Konkurrenzvegetation. Zudem verringert sich der spätere Pflegeaufwand der Plantage durch eine gründliche Voraufbereitung.

 

Wildzaun

Ein Wildzaum oder Bissschutz wird benötigt um die noch jungen Trüffelbäume oder Sträucher vor  Grosswild (z.B. Rehe) und Kleinwild (z.B. Hasen) zu schützen. Verwenden Sie am besten einen verzinkten Wildzaun, der nicht rostet. Auch Pfosten aus verzinktem Stahl anstatt Holz sind wegen ihrer längeren Lebensdauer empfehlenswerter.

 

Bewässerung und Pflege des Trüffelfeldes

Die Produktion beinhaltet ein ständiges Überwachen der Bodenwerte und Pflegen der Plantage. Gegebenenfalls Nachpflanzung und Bewässerung der Anlage. Das Trüffelfeld wird  z.B. mit Brunnenwasser bei Bedarf über Trockenperioden mittels einer Sprinkleranlage bewässert oder einer Bodenbewässerungsanlage gegossen.

Zusammenfassung  Vorbereitung für ein Trüffelfeld

  • Bodenanalyse
  • Bodenaufbereitung
  • Wildschutz
  • Bepflanzung
  • Mulchmatten, Mulchmaterial
  • Mähen oder jäten
  • Überwachen
  • Bewässern bei Bedarf

Geeignet für ein Trüffelfeld

  • + Kalkhaltig
  • + pH-Wert 7 und 8
  • + Gut belüftete und entwässernde Böden
  • + Genug Sonneneinstrahlung (bei Jungpflanzen)  
  • + Lockere Bodenstruktur
  • + Hänge und Kuppen
  • + Leichter Frost
  • + Abstand zu Konkurrenzvegetation (Nadelbäume, andere Pilze und Unkraut)

Nicht geeignet für ein Trüffelfeld

  • - Moorige und torfhaltige Böden
  • - Staunässe
  • - Trockenperioden ohne Bewässerung
  • - Dauerschatten (bei Jungpflanzen)
  • - Saure Böden (pH-Wert unter 7)
  • - Rinnen, Gräben, Senken
  • - Dauerfrost
  • - Viel Konkurrenzvegetation (andere Bäume, Pilze und Unkraut)
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